Was tun bei Belastungsinkontinenz?

Fröhliche junge Frau im weißen Kleid

Tena Lady hat sich uns Frauen in rührender Weise angenommen und zeigt fitte, junge, sexy Frauen mit Wäscheschutz. Ja, wir Frauen neigen zum Tröpfeln, aus den bekannten anatomischen Gründen. Um von einer zumindest leichten Belastungsinkontinenz geplagt zu sein, braucht eine Frau auch kein Kind geboren zu haben. Ob mit Kaiserschnitt oder vaginal, unsere Anatomie ist aufs Gebären ausgelegt und damit weicher und weiter, was auf Kosten der Stabilität geht.

Das heißt jetzt nicht, dass man sich dem Schicksal willenlos ergeben muss und sich vom Teenager-Alter an mit Vorlagen ausstaffieren muss (oder vielleicht noch früher? Mal bei Tena nachfragen, ob sie Kinder schon als Zielgruppe anvisieren).

Ein Gutes haben die Werbekampagnen der Vorlagen-Hersteller jedenfalls – das Thema Inkontinenz wird enttabuisiert und auch eine weitere Tatsache verschweigt Tena nicht: Beckenbodenübungen helfen!

Nicht ganz dicht: das „Tröpfelproblem“

Identifiziere zuerst, ob du wirklich unter einer reinen Belastungsinkontinenz leidest. Die wird oft noch als Stressinkontinenz bezeichnet, hat aber nichts mit einem anstrengenden Leben zu tun, sondern mit körperlichem Stress.

Wenn du bei voller Blase auf- und abhüpfen kannst, ohne Urin zu verlieren, aber häufig scheinbar grundlos von plötzlichem Harndrang überfallen wirst, dann hast du eine überaktive Blase, aber keine Belastungsinkontinenz.

Wenn du eher eine eigenartige Schwere im Unterbauch spürst mit dem Gefühl, in deine Vagina drückt etwas von oben hinein, dann ist eine Senkung dein vorrangiges Problem.

Die zwei Kinder, die auf dem Trampolin hüpfen haben sicher noch keine Belastungsinkontinenz

Eine reine Belastungsinkontinenz zeigt sich durch tröpchenweisen Urinverlust bei starker Belastung, wie Husten, Niesen, Joggen oder Springen – besonders auf dem Trampolin.

Das kannst du tun bei Belastungsinkontinenz

  • Stärke deine Muskulatur durch präzise und kraftvolle Übungen. Wenn du das mit einer gewissen Regelmäßigkeit – 3-5x die Woche – über 3 Monate durchführst, solltest du Verbesserungen erleben. Je jünger du bist, desto einfacher ist es, da dich deine körpereigenen Hormone unterstützen.
  • Um wirklich effektiv zu üben und dich nicht mit der Bauchpresse sinnlos zu quälen, solltest du viel Wert auf Wahrnehmungsübungen legen. Das führt oft zu ermutigenden Anfangserfolgen! Denn damit setzt du die Muskulatur, die du bereits hast, einfach nur aktiv ein.
  • Übe vorteilhafte Bewegungsgewohnheiten ein. Das tut deinem ganzen Körper gut, vor allem deinem Rücken. Sogar Füße, Hüften, Schultern und Nacken profitieren, denn ein aktiver Beckenboden richtet den gesamten Körper auf und verleiht ihm Spannkraft und entspannte Souveränität. Und mit den guten Bewegungsgewohnheiten sicherst du die Ergebnisse des Trainings – ohne ständig weiter Übungen machen zu müssen.

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Mit meinen kostenlosen Videos kannst du schon mal einen Eindruck von meiner Art des Trainings erhalten.

Und mit meinen Online-Trainings kräftigst du deinen Beckenboden systematisch!

Hier einige weitere nützliche Empfehlungen:

Erste Hilfe beim Hustenanfall

Sobald du einen drohenden Husten-Anfall oder ein Niesen herannahen spürst, drehst du deinen Oberkörper stark zu einer Seite. Durch die Drehung verbessert sich der reflektorische Verschluss des Beckenbodens. Außerdem kannst du den oberen Rücken nicht runden beim Husten, was ebenfalls von Vorteil ist.

Du kannst diese recht bekannte Anleitung, den „Hustendreh“, mit aktiver Beinarbeit noch wirksamer machen. Dreh den Oberkörper nach links und zieh gleichzeitig dein linkes Bein über die Mittellinie deines Körpers nach rechts. Schraube dich richtig zu! Das geht genauso auf der anderen Seite. Übe diese Koordination mit einem simulierten Husten mehrfach ein, damit es auch im Ernstfall klappt. Geht im Sitzen und Stehen und sieht recht kokett aus.

Schrittstellung ist das bessere Bücken

Zeichnung einer Frau, die einen Korb hebt, der auf einem Stuhl steht

Beim Bücken neigen wir dazu, uns nach unten einfach fallen zu lassen. Dabei rundet sich meist der Oberkörper. Sehr ungünstig! Denn durch dieses spannungslose Bücken öffnet sich der Beckenboden. Beim Hochkommen entsteht dann starker Bauchraumdruck, was unsere Körperbasis zusätzlich in Bedrängnis bringt. Viele Frauen meinen, die Alternative wäre, breitbeinig in die Knie zu gehen beim Heben. Leider auch keine gute Idee – da macht der Beckenboden gerne die Grätsche.

Die Lösung für fast jedes Heben ist die Schrittstellung. Der Oberkörper bleibt dadurch von selbst ziemlich gerade, man kommt schön tief hinunter, und das Gewicht fühlt sich nur noch halb so schwer an – ob es nun der Einkauf, eine Gießkanne oder ein kleines Kind ist.

Ein Beispiel mit Übungsanleitung findest du hier als BiB-Tipp:

Früh anfangen bei Belastungsinkontinenz

Das Tröpfchen hin und wieder ist nicht schlimm? Schließlich sind wir Frauen seit der ersten Periode daran gewöhnt, nicht ganz dicht zu sein. Bitte nicht abwarten und ignorieren. Von selbst wird es nicht mehr besser. Je jünger du bist, desto einfacher ist es, Verbesserungen zu erzielen! Der Beckenboden verändert sich im Laufe der Jahre. In der Jugend ist er noch elastisch, frisch und belastbar. Bei Frauen im gebärfähigen Alter macht das hormonelle Doping den Beckenboden „saftig“. Aber ab der Menopause wird er dünner und ist weniger reaktionsfähig. Die Muskulatur wird zunehmend zu relativ steifem Bindegewebe umgebaut. Das soll dich jetzt nicht entmutigen, im Gegenteil – durch fleißiges Üben und körperliche Aktivität in allen Lebenslagen lässt sich der Beckenboden fit halten bis ins hohe Alter.

Operation ja oder nein?

Eine befreundete Therapeutin sagte einmal bissig, sie hat das Gefühl, dass viele Ärzte den Frauen diese kleine OP gerne anbieten und nur diejenigen, die sie ablehnen, bekommen ein Rezept für Beckenbodengymnastik …  Das wäre natürlich ganz und gar nicht im Sinne der evidenzbasierten Medizin, wo die schonenden Methoden immer am Anfang stehen.

Der Einsatz eines spannungsfreien Bändchens (TVT-Band) zur Stützung der Harnröhre ist eine minimalinvasive Operation. Sie wird unter örtlicher Betäubung durchgeführt. Diese Bändchen helfen oft (50 – 70%), allerdings ist das Fremdmaterial (Teflon) nicht völlig unbedenklich. Und solltest du einen Hang zur überaktiven Blase haben, kann sich dieser durch die OP sogar verstärken. Man sollte so einen Eingriff also gut abwägen, und mit Sicherheit vorher alle Möglichkeiten eines guten Trainings nutzen.

Eine aktive Lebenshaltung

Zwei Frauen gut gelaunt aktiv beim Sport

Wild drauflos üben – das tun viele Frauen, wenn ihnen bewusst wird, dass die Belastungsinkontinenz ihr Leben beeinträchtigt. Doch wenn Sie keine gute Anleitung haben, hält diese Verzweiflungsenergie meist nicht lange an. Altmodische Übungen wie Aufzugfahren oder sogar noch Harnstrahl-Anhalten sind sehr unangenehm. Oft pressen die Frauen auch nach unten, das motiviert nicht wirklich. Doch selbst für richtig gute Übungen fehlt irgendwann die Zeit und die Lust, die Matte auszurollen.

Mache deinen aktiven Beckenboden lieber zu einem lebenslangen Projekt. Es beinhaltet Übungen, die sich gut anfühlen, und vor allem gute Körperhaltung und körpergerechte Bewegungen. Damit hältst du deine Körperbasis fit und elastisch!

Mit meinem Videotraining „Beckenboden – Aktiv im Alltag“ kannst du sofort starten. In 7 Übungseinheiten lernst du deine Körperbasis präzise kennen, aktivieren und im täglichen Leben einsetzen.

Wenn du nur leichte Beschwerden hast, wird das ein regelmäßiges Übungsprogramm überflüssig machen, denn durch die Integration in den Alltag übst du fortan nebenbei!